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Eine Frachtenbörse ist – einfach gesagt – eine Website mit Frachtanzeigen, über die Auftraggeber einen Transport für ihre Waren finden.
Das Prinzip ist einfach: Der Auftraggeber veröffentlicht eine Anzeige mit der Ware, die er transportieren lassen möchte, und erhält dann Angebote (per Telefon, Chat usw.) von Frachtführern, die auf der Website registriert sind und sich für die Anzeige interessieren.
Wenn sich Auftraggeber und Frachtführer über den Preis und die übrigen Details (Be-/Entladedatum usw.) einig sind, gilt der Transport grundsätzlich als vereinbart, und der Auftraggeber kann die Anzeige von der Website löschen.
Um die Vereinbarung in einem rechtsverbindlichen Vertrag festzuhalten, erteilt der Auftraggeber dem Frachtführer einen Transportauftrag.
Nach der Durchführung des Transports bezahlt der Auftraggeber den Frachtführer zu den im Transportauftrag vereinbarten Bedingungen. Damit gilt der Transport als erfolgreich abgeschlossen.
Übersichtlich dargestellt besteht der gesamte Ablauf aus folgenden Schritten:
* Hinweis: Bei der Beladung muss der Frachtführer dem Absender eine Ausfertigung des CMR-Frachtbriefs überlassen. Sie dient als Nachweis dafür, dass er die Ware geladen hat. Dasselbe gilt für die Entladung: Dort verbleibt eine Ausfertigung beim Empfänger. Weitere Informationen finden Sie hier.
Tipp von Cargopedia: Vergewissern Sie sich vor der Auftragserteilung – vor allem bei wertvollen Waren –, dass der Frachtführer eine CMR-Versicherung hat (gesetzlich ist er dazu nicht verpflichtet!).
Die CMR-Versicherung ist im Transportwesen das Gegenstück zur Kaskoversicherung beim Auto. Konkret: Hat der Frachtführer eine CMR-Versicherung und wird Ihre Ware während des Transports beschädigt oder stellen Sie bei der Entladung Fehlmengen fest, können Sie entschädigt werden.
Die Deckungssummen von CMR-Versicherungen liegen in der Regel zwischen 5.000 und 1.000.000 EUR. Nicht zu verwechseln mit dem oben erwähnten CMR-Frachtbrief – das sind zwei verschiedene Dinge!
Mehr über die CMR-Versicherung erfahren Sie hier.
Geschäftsbeziehungen beruhen auf einem Vertrag. Der Transportauftrag ist ein Vertrag zwischen Auftraggeber und Frachtführer, der den festen Willen der Beteiligten besiegelt, bei der Durchführung des Transports zusammenzuarbeiten – mit den jeweils übernommenen Pflichten.
Mit einem Transportauftrag hat der Auftraggeber zum Beispiel die Zusage, dass der Frachtführer zum vereinbarten Datum und zur vereinbarten Uhrzeit zur Beladung erscheint, und der Frachtführer hat die Gewissheit, dass er vom Auftraggeber zu den vereinbarten Bedingungen bezahlt wird.
Ein Transportauftrag begründet gegenseitige, voneinander abhängige Rechte und Pflichten der Parteien.
Sowohl der Frachtführer als auch der Auftraggeber haben Pflichten, die sie einhalten müssen, etwa: Termine und Orte der Be- und Entladung, Gewicht und Art der zu transportierenden Ware, Frachtpreis, Zahlungsweise usw.
Diese Angaben sind im Transportauftrag festgelegt und müssen von beiden Parteien eingehalten werden; andernfalls greifen die im Auftrag vorgesehenen Vertragsstrafen bzw. Klauseln.
Zusammengefasst: Mit dem Transportauftrag hat der Auftraggeber die Gewissheit, dass der Frachtführer den Transport gemäß dem angenommenen Auftrag durchführt, und der Frachtführer hat die Gewissheit, dass er die Ware tatsächlich laden darf und nach dem Transport für die erbrachte Leistung gemäß den Bedingungen des Transportauftrags bezahlt wird.
Üblicherweise erstellt der Auftraggeber den Transportauftrag in einem Textverarbeitungsprogramm (z. B. Word), druckt ihn aus, unterschreibt und stempelt ihn und schickt ihn an den Frachtführer.
Der Frachtführer ergänzt ihn um die Daten des Fahrzeugs, das zur Beladung kommt (Kennzeichen), sowie um Name und Telefonnummer des Fahrers, unterschreibt und stempelt ihn ebenfalls, scannt ihn anschließend ein und schickt ihn an den Auftraggeber zurück.
Wenn Sie keine Vorlage für einen Transportauftrag haben, stellt Ihnen Cargopedia eine Vorlage zur Verfügung, die Sie hier herunterladen können. Selbstverständlich können Sie sie nach Belieben ändern und anpassen.
Tipp von Cargopedia: Akzeptieren Sie keine Transportaufträge ohne Firmenstempel. Ein nicht gestempelter Auftrag ist praktisch ein unbestätigter Auftrag und damit wertlos.
Auch wenn manche aus Bequemlichkeit auf einen Transportauftrag verzichten, rät Cargopedia von dieser Praxis ab.
Wichtig ist: Ohne Transportauftrag gibt es keinen rechtsgültigen Vertrag und damit auch keine verbindlichen Pflichten, falls jemand nicht zur Beladung erscheint, nicht zahlt usw. Sie arbeiten also auf eigenes Risiko, und bei einem Transport- oder Zahlungsvorfall sind Ihre rechtlichen Möglichkeiten sehr begrenzt. Praktisch gibt es für diesen Transport keine Rechtsgrundlage.
Natürlich gibt es Situationen, in denen der Wert der Ware oder des Transports sehr gering ist und die Parteien aus Zeitgründen auf einen Transportauftrag verzichten.
Letztlich entscheiden Sie selbst, wie Sie arbeiten und wie Sie Ihre Risiken einschätzen. Denken Sie aber daran: Alle seriösen, professionellen Unternehmen arbeiten mit Transportaufträgen.